Woher kommt eigentlich der Name Wikinger?

 

 

Woher kommt eigentlich

der Name Wikinger?

 

Woher der Name "Wikinger" kommt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

Er könnte sich von einem der folgenden Wörter ableiten:

 

Vik - nordisch für die Bucht

auf Viking - das bedeutet mit aller Habe aufzubrechen.

vikingr - altnordisch für Rauben, Plündern, auf Beutezug sein.

vicus - lateinisch, fahrende Männer,

die auf dem Schiff von Hafen zu Hafen fahren

 

Das Wort Wikinger bezeichnet also kein bestimmtes Volk

sondern eher einen Zustand.

Ein Wikinger ist ein Skandinavier,

der sich auf Beutefahrt befindet.

 

Die Wikinger selbst haben sich auch nie so bezeichnet,

der Name ist erst viel später entstanden.

Zur Zeit der Wikinger waren sie einfach nur

Norweger, Schweden und Dänen.

Wikinger haben auch zahlreiche andere Namen. Man nannte sie auch:

 

-Nordmänner - daher leitet sich das Wort

"Normandie" (in Frankreich) ab

-Normannen (bekannt aus der Geschichte um England,

der Name leitet sich durch die Nordmänner

in Frankreich in der "Normandie" ab,

dem Land in dem sich die Nordmänner ansiedelten.

-Waräger oder auch vaerjegar/vaeringjar,

vom Wort ´Var`was soviel bedeutet wie Schwur oder Eid,

also jene die den Eid leisteten (Eidgenossen)

-Rus - daraus entstand Russland

(dieser Name entstammt wahrscheinlich einem Wort, was die Finnen den "Svea", den "schwedischen Wikingern", gaben und die Slawen in jenen Gebieten nannten die Männer in den Schiffen

`Rejs´ = Ruderer !)

Sie waren keine geschlossene ethnische Gruppe sondern lebten

in verschiedenen Stämmen als Bauern in der Nähe der Küsten.

Wo liegt also der Ursprung ihres Namens?

 

Vermutlich leitet er sich vom altnordischen vikingr

(Rauben, Plündern, auf Beutezug sein) ab.

Andere Wortherleitungen sind auch vikvar (von der Stelle bewegen),

das lateinische Wort vicus bezeichnet fahrende Männer.

Durch "Adam v. Bremen" ist überliefert das sich

"die skandinavischen Plünderer" selbst "Wikinger" nannten.

 

 

Die Wikinger

 

(Auszug: Urs Pape "Die wahre Geschichte der Wikinger-Normannen-Engländer" www-wikinger-normannen.ch)

 

Es gibt unter den gelehrten Historikern und Sprachforschern

keine Einigkeit über die genaue Herkunft des Begriffes "Wikinger".

Ich begnüge mich hier mit einer Definition, die mir sinnvoll erscheint,

ohne mich auf linguistische Feinheiten einzulassen.

Als Wikinger bezeichnen wir demnach jenen Teil der

mittelalterlichen nordischen Bevölkerung, die auf "Viking"

(= Raub-/Eroberungsfahrt) unterwegs waren.

Das Wort ist nicht an die Nationalität oder Herkunft gebunden,

sondern an die aktuelle Tätigkeit; eben auf einem Schiff

unterwegs sein in der Hoffnung,

Beute oder neuen Lebensraum zu finden.

Es waren also keine dumpfen, Met-saufenden und

Hörnerhelm-tragenden Kerle, sondern tapfere,

oft auch verzweifelte Abenteurer, die ihr Leben

und das ihrer Angehörigen zu verbessern trachteten

oder Handelsobjekte oder neues Siedlungsgebiet suchten.

Ein solcher "Viking", eine Raubfahrt,

war ein Unternehmen einer Familie,

eines Clans oder gar eines Kleinkönigs,

heute würde man sagen "ein Projekt".

 

Die Wikinger brachen gegen Ende des achten Jahrhunderts

aus ihren Siedlungsgebieten in Skandinavien aus und plünderten

vorerst einmal reiche Niederlassungen ihrer Nachbarländer.

Da zu jenen Zeiten vor allem Klöster sowohl reich als auch

ziemlich ungeschützt waren, boten sie sich zum Beginn als

leichte Beute an. Schon bald aber raubten die Wikinger nicht nur,

sondern sie siedelten sich in den Zielgebieten auch definitiv an.

Dies vor allem deshalb, weil die klimatischen Bedingungen auf

den Inseln näher am Golfstrom wesentlich günstiger waren,

als in ihrer angestammten Heimat. Dies gilt sowohl für die

Shetland- und Orkney-Inseln, als auch die äusseren

Hebriden und die Festlandküste von West-Schottland.

 

NOCHMAL ZUM MITSCHREIBEN:

+++

...... aber Hörnerhelme trugen sie nie

..... wirklich NIE!

.........NIE, NIE, NIE! .. ....NEVER-EVER!...

 

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Von den Angelsachsen wurden sie als:

pagani - Heiden und barbari oder piratae - Seeräuber,

von den Franken pyratae Danorum - dänische Seeräuber,

Dani - Dänen, Nordmanni - Normannen,

von den Iren Finn-gail - weiße Fremde=Norweger

und Dubh-gail - schwarze Fremde=Dänen

und von den Deutschen Eschenmänner, bezeichnet.

Im keltisch/irisch/schottischen Sprachraum war

jedoch auch ein andrer Begriff für sie im Umlauf :

 

"Lochlannad"-Die Skandinavier

nach dem Wort ´Lochlainn´ für Skandinavien

und ´an Lochlainn´ für Norwegen!

Oftmals auch `Lothlind/Laithlinn`benannt.

 

Wobei damit, wenn man in Irland lebte, damals auch der Herkunftsort der einfallenden Fremden allgemein gemeint sein kann,..welche dmals durchaus auch teilweise von ihren Stützpunkten in Schottland losgefahren sind!

 

(Daher kommt der schottisch/irische Name Lochlainn,

McLochlainn, Loughlin, Loghlin, Loflinn......!

Was bedeutet, das wohl jeder der diesen Namen trägt

Wikingerblut in sich hat, da er von den Wikingern abstammt,

welche sich dort ansiedelten!

Ganauso wie jene die Fingail, Finghail ,--Doughail, Dougall,

... oder ähnlich heissen.

(weisse, oder schwarze Fremde)

 

Es gab z.b. den Wikinger-König Ragnvald (+ 921), welcher als >>`ri Finngall i Dubgall / bzw. riFingaill iDubhgail << benannt wurde: König der Norweger und Dänen.

Er regierte Dubhlinn/Dublin in Irland und York in Northumbria ! Beide Städte wurden einstmals von Wikingern gegründet!

 

 

Da im Osten weniger die kriegerische Auseinandersetzung,

sondern der Handel an erster Stelle stand kommt

hier die Bezeichnung "Seeräuber oder Pirat" nicht vor.

Von den Arabern im süden, zu denen sie ebenso

Kontakt hatten, als ´al Madjus´ - Heiden/Magier bezeichnet,

nannte man sie hier im Osten, Waräger oder Rus.

Rus:

 

Am Anfang der Wikingerzeit sprachen Dänen,

Schweden und Norweger in etwa die gleiche Sprache.

Sie selbst nannten sie "Dänische Sprache",

heute wird sie Altnordisch genannt.

 

Erst im Laufe der Zeit bildeten sich das heutige Dänisch,

Schwedisch und Norwegisch. Es ist aber noch heute so,

dass sich alle Skandinavier untereinander verstehen.

 

 

Hier ein kleine Zusammenfassung, mit Karte,

wo sie überall anzutreffen waren:

Der Lebensraum der Wikinger

(allgemein, alle Wikinger)

 

 

um die Karten im Grossformat zu sehn, bitte anklicken

Die Region in der die Rus lebten.(hier in rot angegeben)

Obwohl man sich nicht sicher ist, was Wikinger heißt

und woher das Wort kommt,

und die Wikinger eigentlich nur Bauern waren und ab

und zu ein paar Wikinger

die Küsten unsicher machten, kann man sie

dennoch in 3 Gruppen einteilen.

 

Die Norweger spezialisierten sich auf

England, Irland und Island.

Später sogar auf Grönland und Amerika.

 

Die Dänen hatten es eher auf das Festland abgesehen,

wie das heutige Deutschland, Frankreich,Spanien und Italien.

Die Dänen sind heute auch bekannt als Normannen.

 

Die Schweden waren ruhig und und friedlich.

Sie haben sich zwar im Osten ausgebreitet,

aber nicht mit Kriegs-,

sondern mit Handelsschiffen.

 

(Quelle/Text von: Thorralf Thomasson)

 

Von den Menschen im Osten wurden sie Rus genant.

Der Name RUS entstand vermutlich aus dem alt-schwedischen

oder dem finnischen Wort für Ruderer, das soviel wie "reijs" lautet!

 

Viele Wikinger schlossen sich zu einer Sippe (auch Lage genannt)

zusammen, um gemeinsam auf Handelsfahrten zu fahren.

Auch die Schiffe wurden für jeden Einzelnen günstiger,

wenn man zusammen gearbeitet hat.

 

In Novgorod wurde um 9. Jahrhundert ein Handelsposten

mit dem Namen Holmgàrd errichtet.

 

Sehr erstaunlich ist, das die Slawen die Rus dazu

aufforderten die Herrschaft über dieses Gebiet zu übernehmen.

Der Sage nach konnten sich die Slawen für keinen König

aus dem eigenem Land endscheiden,

was sie dazu brachte das Land an die Rus zu übergeben.

Ob die Wikinger doch im Osten auf Raubzug gingen und

die Schwäche der zerstrittenen Stämme der

Slawen ausnutzten ist unbekannt.

 

Ungefähr ums Jahr 860 fuhren die Wikinger die Flüsse

Don und Dnjepr bis ins Schwarze Meer hinunter und über

die Wolga an das Kaspische Meer! So kamen sie zu den

Toren des Byzantischen Reiches, dessen Hauptstadt

Byzanz/Konstantinopel war, sie nannten es "Miklagard".

Der Anführer war Rurik (Hrodrekr), der im jahr 862

König wurde und im Süden den Posten Kiew hatte. 882

wurden die 2 Reiche Kiew und Novgorod von Rurik´s

Nachfolger Helgi vereint.

Er ließ die 2 Herrscher von Kiew töten.

 

Er holte sich Schweden aus dem Land der Rus und

vereinte sie zu dem Bund der Waräger

(nordisch "vaeringjar", was übersetzt Eidgenossen bedeutet).

Sie wurden Händler, aber gleichzeitig auch Krieger.

 

911 griff Helgi Konstaniopel an.

Die Rus fuhren raubend über das Schwarze Meer

und wohl auch über das Kaspische Meer.

944 schlossen die Byzanz und die Kiew Frieden.

Das Byzantische Reich nimmt die Waräger als Söldner auf.

Der Kaiser von Byzanz hatte eine rund 6000 Mann starke Warägergarde!

Somit dehnten sich Kiew und Novgorod weiter aus.

Als der Nachfolger von Helgi, namens Igors starb, ü

bernahm Igors Frau Olga im Jahr 954 die Regierung,

da ihr Sohn noch etwas zu Jung war.

Als Olda den Byzantischen Kaiser besuchte,

um sich sein Land genauer anzusehen,

fand sie die Othodxe Kirche nicht so intressant.

Sie holte sich aber trotzdem Missionare in ihr Land.

Sie einigte sich mit dem deutschen Kaiser Otto I,

Katholische Geistliche nach Kiew zu lassen.

Sie ließen schließlich den Kriegerglauben an Odin und Thor fallen.

Durch Heirat wurde Kiew und Novgorod immer größer.

Durch die Größe kam das Kiewer Reich immer näher

an das Byzanische Reich, was die kulturelle

Vermischung beider Reiche erklärt.

im Jahr 990 Heiratet der Großfürst Wladimir I,

der die beiden Reiche im jahr 980 vereinte,

die Schwester des byzantischen Kaisers Basileisos II, namens Anna.

Das Kiew Reich zerfiel nach zahlreichen Angriffen

von den Schweden und den Mongolen (Dschingis-Khan u.a.)

 

Aus Kiew und Novgorod wurde das russische Zarenreich.

Man gründete in Novgorod die Stadt Moskau,

die heute Hauptstadt von Russland ist.

Kiew wurde zur Hauptstadt der heutigen Ukraine.

 

(aus verschiedenen Quellen erstellt)

 

Dazu noch einiges intressantes:

 

 

Im Grunde unterscheiden sie sich wenig von den

heutigen skandinavischen und Isländischen Namen.

Erik

Erikson

Leif

usw

Halfdan, hiess der Anführer der einst Konstantinopel überfiel.

Rurik, gründete Kiew.

Ingwar, fuhr nach Zentralasien.

 

Harald Blauzahn, hiess der Wikingerhäuptling der die Dänen einigte.

Seine Nachfahrin sitzt heut noch auf diesem Thron,

es ist Margrete von Dänemark.

 

 

 

Dazu auch:

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikinger (manchmal steht auch dort was fundiertes !)

 

 

NACHTRAG,FEB 2011: Wieder einmal im WWW gestöbert und bei

"congruo, hier trifft sich das mittelalter" gefunden!

 

Der Begriff Wikinger bezeichnet

Angehörige von kriegerischen,

zur See fahrenden Personengruppen

der meist germanischen Völker

(es gab darunter auch Balten)

des Nord- und Ostseeraumes

in der so genannten Wikingerzeit.

Dieser Artikel behandelt die

Menschen, die von ihren

Zeitgenossen als

Wikinger bezeichnet wurden.

Die Ereignisgeschichte im

Zusammenhang mit den

Wikingern wird im Artikel Wikingerzeit behandelt.

 

In der zeitgenössischen Wahrnehmung stellten die Wikinger

nur einen sehr kleinen Teil der skandinavischen Bevölkerung dar.

Dabei können zwei Gruppen unterschieden werden:

Die einen betrieben den ufernahen Raub zeitweise

und nur in einem frühen Lebensabschnitt.

Es waren junge Männer, die aus der heimatlichen

Gebundenheit an Kult und Sippe ausbrachen und Ruhm,

Reichtum und Abenteuer in der Ferne suchten.

Später ließen sie sich wie ihre Vorfahren

nieder und betrieben die in ihrer Gegend übliche Wirtschaft.

Von ihnen berichten die Sagas (Altnordische Literatur)

und die Runensteine. Für die anderen wurde der

ufernahe Raub zum einzigen Lebensinhalt.

Ihnen begegnet man in den fränkischen und

angelsächsischen Annalen und Chroniken.

Sie kehrten bald nicht mehr in die Heimat zurück,

waren in die heimatliche Gesellschaft nicht mehr

integrierbar und wurden dort als Verbrecher bekämpft.

 

Das Wort Wikinger leitet sich vermutlich von dem

altnordischen Substantiv víkingr (Maskulinum) ab,

das „Seekrieger, der sich auf langer Fahrt weit

von der Heimat entfernt“ bedeutet. Víking (Femininum)

bedeutet zunächst nur die weite Schiffsreise,

sekundär dann auch die „Kriegsfahrt zur See an entfernte Küsten“.

Allerdings ist dies bereits das Endstadium

der Wortentwicklung. Das Wort ist älter als

die Wikingerzeit und bereits im angelsächsischen Wídsíð belegt.

Die Nachrichten über die Überfälle von Skandinaviern

an den nordfränkischen Küsten zur Merowingerzeit

nennen Seekönige, Seegauten und Seekrieger,

aber niemals Wikinger. Am Ende des 8. Jahrhunderts

begann eine Serie von Plünderungszügen nach England,

aber es dauerte bis 879, bis in der Angelsächsischen

Chronik das Wort Wikinger verwendet wurde.

Auch danach kommt es nur dreimal vor,

nämlich in den Aufzeichnungen für die Jahre 885,

921 und 1098. Es handelte sich also nicht um einen

gängigen Ausdruck, nicht einmal in der Zeit dänischer

Herrschaft. Hinzu kommt, dass man mit Wikinger

Skandinavier meint, aber dieses Wort bei der

Übersetzung der Bibel und klassischer Literatur

für Seeräuber ganz allgemein verwendet wurde.

Jedenfalls taucht der Begriff Wikinger auf

schwedischen Runensteinen relativ spät auf,

der feminine Ausdruck víking für den Wikingzug

in der Zusammensetzung vestrvíking erst zu einer

Zeit, als die Raubfahrten nach Osten offenbar

eingestellt waren, denn das entsprechende Wort

austrvíking gibt es nicht. Auf dänischen

Runensteinen ist Viking für den Beginn des

11. Jahrhunderts belegt.

 

Der Ursprung des Wortes ist umstritten.

Vík bezeichnet eine „große Bucht, in der das

Ufer zurückweicht“; nach einigen Forschern

also die ursprünglichen Siedlungsplätze

der späteren Wikinger. Dies ist aber deshalb

unwahrscheinlich, weil das Anlaufen von Buchten

und das Siedeln in Buchten eine ganz allgemein

übliche Vorgehensweise war und nichts, was spezifisch

die Wikinger auszeichnete.Im Gegenteil, die Wikinger

ließen sich in aller Regel auf Inseln nieder: Île de Noirmoutier

in der Loiremündung, die Insel vor Jeufosse und l'île d'Oissel

in der Seine, die Camargue, eine Insel im Flussdelta der Rhône,

Groix (wo ein Bootgrab gefunden wurde), Walcheren,

die Isle of Thanet, die Isle of Sheppey und andere mehr,

ganz zu schweigen von den atlantischen Inseln nördlich

von Schottland und in der Irischen See. Da ist eine

Herleitung von einem Wort für Bucht historisch unplausibel.

Eine weitere Theorie leitet Wikinger vom lateinischen

Wort vicus ab, das eine Ortschaft bezeichnet.

Dabei wird auf die vielen Städtenamen verwiesen,

die auf -wik enden. Das feminine Abstraktum víking ist

aber damit nicht zu erklären. Häufig wird auch auf

Vik als alte Bezeichnung für den Oslofjord verwiesen.

Es seien also ursprünglich Seeräuber aus Vik gewesen.

Dies wird aber überwiegend für unwahrscheinlich gehalten,

da die Leute aus Vik als Seeräuber nirgends besonders in

Erscheinung getreten sind. Die neuere Forschung stellt

für eine akzeptable Herleitung die von Munch entwickelte

Bedingung auf, dass mit ihr auch das feminine Abstraktum

als Parallelentwicklung erklärt werden kann, eine Bedingung,

die die genannten Erklärungen nicht zu erfüllen vermögen.

 

Auch wird erwogen, dass die Wurzel nicht im Skandinavischen,

sondern im Anglo-Friesischen zu suchen sei, da es bereits in

altenglischen aus dem 8. Jahrhundert auftrete; in diesem

Fall erscheint eine Ableitung von Altenglisch wik,

„Lagerplatz“, wahrscheinlich. Auch diese Herleitung

kann das feminine Abstraktum nicht erklären.

Andere Wortherleitungen gehen von vikva

(von der Stelle rücken, bewegen, sich bewegen),

víkja (norwegisch vige = weichen) aus. Hierzu gehört

das Wort vík im Ausdruck róa vík á

(eine Kurve rudern, beim Rudern vom Kurs abkommen

Afvík hat die Bedeutung Abstecher.

Das feminine Wort víking wäre dann eine

Abweichung vom rechten Kurs. Synonym dazu wird

in den Texten auch úthlaup, die Fahrt, das

Auslaufen von Land verwendet. úthlaupsmaðr

heißt auch Wikinger und úthlaupsskip Seeräuberschiff.

Víkingr wäre dann einer, der von zu Hause entweicht,

sich also in der Fremde aufhält, auf eine weite Seereise geht.

Aber auch diese Herleitung hat keine allgemeine

Zustimmung gefunden, weil sie von einem zu hohen

Abstraktionsniveau ausgeht.

 

Ein neuer Erklärungsversuch bezieht das Wort vika

in die Überlegungen ein. Dieses Wort lebt im

deutschen Wort „Woche“ fort und hat sowohl eine

zeitliche als auch räumliche Bedeutung:

es handelt sich um die Strecke, die eine

Rudermannschaft bis zum Wechsel an den Riemen rudert.

Altwestnordisch ist vika sjóvar eine Seemeile.

Daraus wird der Vorschlag entwickelt, dass víkingr

ein Wechsel– oder Schichtruderer ist und das

Abstraktum víking „das Rudern in Schichten“ bedeutet.

Das Fehlen eines ursprünglichen maskulinen Substantivs

aus dem Wort vika wird damit erklärt, dass das feminine

Wort víking zuerst dagewesen sei und víkingr eine

sekundäre Ableitung dazu. Aber diese Erklärung ist

noch in der Diskussion und hat sich noch nicht endgültig durchgesetzt.

 

Über die Herkunft des Wortes Wikinger besteht letztlich keine Einigkeit.

 

 

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