Wissenswertes Zusammengefasst

EURASIEN HISTORISCH:

 

DIE WIKINGER

Sie schrieben 400 Jahre Geschichte in Europa und Asien – und ganz nebenbei entdeckten sie auch noch Amerika. Ihr Aktionsradius reichte vom heutigen New York über Bagdad bis China, von Grönland bis Nordafrika und von der Küste der iberischen Estremadura bis zur Wolga.

Von Hans Wagner

EM 08-02 · 20.12.2002

 

EM – Als sie aus dem Dunkel der Geschichte auftauchten, geschah dies mit einem Paukenschlag ohnegleichen. Im Frühsommer 793 bemerkten ein paar Klosterbrüder, die auf Holy Island, einer kleinen Insel vor der englischen Grafschaft Northumberland Heu einbrachten, fremde Segel am Horizont. Sie waren quergestellt, rotweiß gestreift und gehörten zu Schiffen, wie sie die frommen Mönche des Klosters Lindisfarne nie zuvor gesehen hatten. Arglos gingen sie den Ankömmlingen entgegen.

 

Die kleine Armada fuhr mit gesetzten Segeln an einer flachen Stelle direkt auf den Ufersand. Was dann kam, mochte den Klosterbrüdern vorgekommen sein wie eine Ausgeburt der Hölle. Die Fremden sprangen laut brüllend an Land, schwangen Äxte und Schwerter, erschlugen die Mönche ohne viel Federlesens oder spießten sie auf. Dann stürmten sie das Kloster, richteten auch dort ein Blutbad an. Anschließend raubten sie alles aus Kirchen und Küchen, aus Kellern und Schatzkammern, was ihnen von Wert schien. Sie stürzten die Altäre um, zerstörten die Bibliothek, schlachteten das Vieh auf der Weide und schleppten gefangene Frauen auf ihre drachenkopfgeschmückten Schiffe. Zuletzt zündeten sie alle Gebäude an und rauschten mit geblähten Segeln wieder von dannen. Zurück blieben ein blutiger Strand und rauchende Trümmer.

Sie hatten viele Namen – in „Rusland“ sind sie unsterblich geworden

 

Das war eine erste Visitenkarte jener Krieger, die stets urplötzlich am Horizont der Meere auftauchten und von nun an alle Küsten und die großen Flußläufe Europas heimsuchten. Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte haben sie ihre Geschichte in das Gedächtnis des Abendlandes buchstäblich eingebrannt.

 

Sie hatten ursprünglich keinen Namen. Wo immer sie zuschlugen, mußte man erst einen für sie erfinden. Im Frankenreich nannte man sie Normanni, Nordmänner also. Bei den Iren hatten sie den Namen Lochlannach, was ebenfalls Nordleute bedeutet. Vom Geschichtsschreiber Adam von Bremen wurden sie als Ascomanni bezeichnet, was Eschenmänner heißt. Wahrscheinlich weil sie beim Bau ihrer Schiffe vorwiegend Eschenholz verwendeten. Die Araber beschimpften die nordischen Seekrieger als Madjus, das bedeutet heidnische Unholde. Kvadlunak nannten die grönländischen Inuit (Eskimos) die Männer, die ihre langen Schiffe in den knirschenden Sand hinein ruderten, über die Reling sprangen, mit ihren Waffen auf die Schilde schlugen und dazu ein lautes Gebrüll anstimmten. Die Inuit zogen es meist vor, Fersengeld zu geben. Seitdem nannten die Wikinger diese kleinen Menschen mit den flachen, leicht dunkelhäutigen Gesichtern verächtlich Skrällingar, was man mit Feiglinge übersetzen kann.

 

Von den Slawen bekamen sie schließlich den Namen Rus nach dem schwedischen Lehnwort Ruotsi. Es heißt übersetzt Ruderkerle und hat letztendlich dem von den wikingschen Rus begründeten Kiewer Reich und später dann dem gesamten russischen Reich seinen Namen eingebracht.

 

Warum sie aber irgendwann Wikinger genannt wurden und ausgerechnet diesen Namen behalten haben, ist bis heute ungeklärt. Es gibt beinahe so viele Theorien wie einst Wikingerboote. Eine Version lautet, Wikinger käme vom lateinischen vicus, das die Bedeutung Dorf oder Handelsplatz hat. Dieses Wort hat sich im Angelsächsischen zu wic und mit ähnlicher Bedeutung im Fränkischen zu wik entwickelt mit ähnlicher Bedeutung. Also seien Wikinger eben schlicht und einfach Händler.

 

Eine andere Deutung lautet, es handle sich bei den Wikingern um die Söhne der norwegischen Landschaft Vik. Schließlich wurde auch die Behauptung aufgestellt, Wiking käme von Wikam, was Seehund heißt. Wikinger wären demnach schlicht Seehundjäger.

 

In den nordischen Sprachen gibt es viele Worte gleichen Klangs. So heißt vik auch Bucht und vig bedeutet Kampf. Das Maskulin viking wird auch in der Bedeutung eines Seekriegers auf großer Fahrt verwendet. Darauf hat der schwedische Sprachforscher Fritz Askeberg hingewiesen. Das klingt für viele am einleuchtendsten. Aber einigen konnten sich Historiker und Sprachforscher bisher auf keine der verschiedenen Deutungen.

Eine „Bewegung von weltgeschichtlichem Maß“ – unauslöschlich ihre Spuren

 

Über das Geheimnis ihrer ungeheuren Dynamik, mit der die Wikinger fernste Länder und Meere eroberten, schreibt der Historiker Rudolf Pörtner in seiner „Wikinger Saga“, sie hätten eine „natürliche Bereitschaft“ besessen, „fernen lockenden Zielen zuliebe Kopf und Kragen zu riskieren, eine Abenteuerlust, die weder Gesetze noch Schranken kannte und jene amphibische Leidenschaft, die schon auf die Zeitgenossen wie eine wahre Meeresbesessenheit wirkte: eine rational nicht zu erklärende, elementare Vertrautheit mit dem Wasser, dessen Unbilden diese Nordmänner liebten, dessen Schrecken sie verachteten.“ Daraus sei eine „Bewegung von weltgeschichtlichem Maß“ entstanden. „Ihre Spuren“, schreibt Pörtner, „sind unauslöschlich.“

 

Es sind die Vorfahren der heutigen Dänen, Norweger und Schweden, die als Wikinger auf fast dem ganzen, damals eurozentrierten Erdkreis Geschichte geschrieben haben – in einem Raum, der sich über 8000 Kilometer von Neufundland bis zum Kaspischen Meer erstreckte und 6000 Kilometer vom Arktischen Ozean bis nach Bagdad.

 

Auf der Suche nach Land, Sklaven, Gold und Silber verließen sie immer öfter ihre Heimat, fielen als Krieger und Entdecker über ganz Europa her. Wie aus dem Nichts tauchten ihre Drachenschiffe auf und ebenso schnell verschwanden sie wieder. Christliche Mönche beschrieben angsterfüllt die grausamen Übergriffe der Wikinger auf reiche Klöster und Städte.

 

Die Norweger haben vor allem im Norden Englands, in Irland und auf Island gekämpft, geraubt und gesiedelt. Später fuhren sie sogar nach Grönland und entdeckten das heutige Amerika. Die Dänen hatten es meistens auf die Küsten des Festlands abgesehen. Sie suchten das heutige Deutschland, Frankreich, Spanien und Sizilien heim. Bekannt wurden sie ganz besonders als "Normannen". Die Schweden waren es, die den Osten Europas als Kaufleute, Siedler und Fürsten kolonisierten. Von den slawischen Bewohnern dieser Gebiete wurden sie Rus genannt.

Mehr als nur „wilde Barbaren“

 

Aber die Wikinger waren mehr als nur "wilde Barbaren" aus dem Norden. Sie waren kluge Händler, geschickte Seefahrer, ausgezeichnete Handwerker und Schiffsbauer. Sie waren großartige Geschichtenerzähler. Ihre Gesellschaft war vergleichsweise offen und demokratisch.

 

Zwei Jahre nach der Zerstörung von Lindisfarne gab es die ersten Wikingerüberfälle auf Irland. In der Folgezeit lernte man die rauhen Nordmänner in immer ferneren Gebieten kennen. Im Jahr 808 machten die Wikinger den slawischen Handelsplatz Reric an der mecklenburgischen Küste dem Erdboden gleich und verschleppten die Kaufleute in ihre eigene, soeben gegründete jütländische Niederlassung Haithabu (bei Schleswig).

820 entstand ein Wikinger-Staat auf Irland, die Nordmänner überfielen Flandern und die Waräger, der schwedische Name für Rus, fuhren zur gleichen Zeit von der Ostsee den Wolchow hinunter nach Nowgorod. Das aus dem Altnordischen kommende Wort Waräger bedeutet "Treuegelöbnis". Es handelte sich demnach um eine Gruppe von Männern, die sich gegenseitig einen Treueeid geschworen hatten. Bekannt ist, daß sie in ihrer nahezu klassenlosen Gesellschaft das Ritual der Blutsbrüderschaft pflegten. Vor allem unter den Fernhändlern und Kriegern war dies eine schon nahezu heilige Form des Beistandsgelöbnisses für ein ganzes Leben in allen Gefahren.

Wladimir Putin läßt die Wikingergeschichte seines Landes ausgraben

 

Die berühmte Nestor-Chronik, um 1100 in einem Kiewer Höhlenkloster entstanden, berichtet Erstaunliches über die Gründung einer Warägerherrschaft in Rußland: die zerstrittenen slawischen Stämme hätten die schwedischen Wikinger ins Land gerufen, damit diese ein geordnetes Gemeinwesen gründen und mit fester Hand regieren sollten.

 

Schon wenige Jahre später hatten sie durch Stützpunkte in der Stadt Bolgar am östlichen Wolgaknie die Verbindung des Nordens mit dem Fernost- und Orienthandel hergestellt. Denn Bolgar liegt an der berühmten Seidenstraße, die von Arabien bis bis nach China führt. Sie trafen dort die Karawanen der zentralasiatischen Steppenvölker und die Frachter arabischer Kaufleute. Um 860 wurden die ersten Waräger in Bagdad gesichtet, wo sie Schwerter und Felle verkauften. Die Handelsverbindungen reichten von Kiew und Nowgorod bis in den Orient und nach China. Aber auch vom heimatlichen Haithabu aus und von der Insel Gotland flossen intensive Handelsströme bis nach Fernost und Nordafrika.

 

Zu Sowjetzeiten wurde das warägische Erbe Rußlands als äußerst unpassend betrachtet und verdrängt. Nun, unter Wladimir Putin, herrscht Grabungsfieber im Land. Ein Dutzend Forschungsgruppen hat sich in den Siedlungsgebieten der Wikinger ans Werk gemacht. Die Spurensuche reicht von Nowgorod am Ladogasee bis zum Kaspischen Meer. Tausende von Wikingergräbern liegen noch im Boden Rußlands.

 

"Früher wurde die Bedeutung der Wikinger für die Geschichte Rußlands ausgeblendet", sagt der Kieler Archäologe Michael Müller-Wille, nun finde eine "völlige Neubewertung" statt. Erfahren hat er das am eigenen Leibe: Im Mai 2000 wurde dem Deutschen die Lomonossow-Medaille, der höchste russische Forschungspreis, verliehen - ein Dank für seine archäologische Arbeit in der Wikingersiedlung Gorodiscé bei Nowgorod.

 

Dort, auf einer Anhöhe, haben die Ausgräber eine kleine Sensation entdeckt. Sie stießen auf die Holzfestung des legendären Rurik. Dieser warägische Wikingerfürst hatte ab 862 als König in Nowgorod geherrscht. Ein paar Jahre später rückte er mit seinen Mannen bis in die Ukraine vor und gründete dort die „Kiewer Rus“, das Königreich Kiew, die Keimzelle des späteren russischen Großreichs.

 

Die Wikinger selbst haben wenig aufgeschrieben über ihre Geschichte. Das meiste, was man über sie weiß, haben Chronikenschreiber in Klöstern verfaßt. Betroffene also, die sie regelrecht verteufelten. Tausend Jahre später, Mitte des 20. Jahrhunderts kam es dann jahrzehntelang zu einer Verklärung der Nordmänner. Insbesondere durch die Ideologen des Herrenmenschentums, die in der nordischen Rasse eine Art Krönung der Evolution erblickten.

 

Erst in jüngerer Zeit wird hinter den Klischees vom puren Räubervolk oder der blonden, arischen Zukunftsrasse, wieder ein differenziertes Bild der Wikinger sichtbar. Sie hatten Jahrhunderte als Bauerngesellschaften gelebt. Berühmt sind ihre „Langhäuser“ aus Holz, durch deren Dächer der Rauch offen abzog. Und als Fischer, die den Wal jagten und immer weitere Fahrten in noch unbekanntere Gewässer unternahmen. Ein Grund scheint gewesen zu sein, daß die Böden auf ihren Ländereien teils erschöpft, teils von Natur aus karg waren. Der rauhe Norden mag einen gewissen Hunger nach Sonne und Wohlstand geschürt haben.

 

Bjarne Herjolfsson sah als erster Europäer das heutige Amerika

 

Als sie erst einmal die Überlegenheit ihrer Kraft und ihrer Schiffe erkannt hatten, gab es für sie kein Halten mehr. Wikingerboote waren schnell und tauchten überraschend auf. Ihre Körpergröße und Armlänge machten sie zu gefürchteten Gegnern. Sie waren kampfgewohnt, riskierten ohne Bedenken das eigene Leben, um sich an den Besiegten bereichern zu können. Man nahm ihnen Hab und Gut und verdiente noch einmal an ihnen, wenn man sie, sofern noch am Leben und arbeitstauglich, als Sklaven verkaufte. Im Ostseeraum stellte der durchorganisierte Fellhandel für die Waräger eine wichtige Einnahmequelle dar, wo Zobel und andere Felle vom pelzreichen Norden bis in den Orient hinein gehandelt wurden.

 

Im Jahre 985 war der Wikinger Bjarne Herjolfsson mit einigen Schiffen auf der Heimfahrt von einer Handelsreise an die europäischen Küsten. Sein Heimathafen lag in Grönland. Dort siedelten seinerzeit einige nordische Stämme. Grönland war noch Grünland, und es ließ sich anscheinend erträglich dort leben. Unterwegs, so seine späteren Erzählungen, sei er in einen gewaltigen Sturm geraten und weit nach Westen abgetrieben worden. So habe er als erster Europäer Amerika gesehen. Der Sturm hätte ihn an die Küste von Labrador (Kanada) gebracht.

 

Zu Hause berichtete Bjarne Herjolfsson jedenfalls später von dem neuen Land. Der in seiner Heimat wegen diverser Streithändel für „friedlos“ erklärte Leif Eriksson versuchte 992 mit seinen Leuten aufgrund dieses Berichts das nämliche Land wiederzufinden. Sie entdeckten es tatsächlich von neuem. An der Küste von Neufundland landete der rote Leif, wie er wegen seiner Haare auch genannt wurde, mit 35 Wikingern und nannte dieses Land Vinland (Weinland). Der Name soll von seinem Bordkameraden aus Deutschland kommen, der Erstaunliches als erstes wilden Wein fand, den er von seiner Heimat an der Mosel her kannte.

 

Erst 1492 kam Christopher Columbus in Amerika an. Also genau 500 lange Jahre nach den Wikingern. Aber, da die Wikinger von den Christen, die sie "Paganos" (Heiden) nannten, als Ausgeburten der Hölle betrachtet wurden, hatten sie die Reise der Nordmänner in ihren Geschichtsbüchern glatt unterschlagen. Der Katholik Columbus wurde dann ein halbes Jahrtausend später in den Chroniken als Entdecker der neuen Welt gefeiert.

 

Sie schliefen in Säcken aus Fell und aßen kalten Fisch

 

Auf großer Fahrt, so ist überliefert, übernachteten die Wikinger meistens an Land. Sie segelten für gewöhnlich dicht an den Küsten entlang und suchten sich vor Einbruch der Dunkelheit einen geeigneten Ankerplatz oder zogen ihre Schiffe auf den Ufersand. Auf hoher See schliefen sie in Säcken aus Fell, manchmal zwei in einem, um sich gegenseitig zu wärmen. Tagsüber diente dieser Sack zum Aufbewahren der Waffen. Kriegsschiffe führten statt der Säcke Seekisten mit, die zugleich als Ruderbänke dienten.

 

Wenn gekocht wurde, dann beim abendlichen Landgang. In Kesseln mit einem Fassungsvermögen von etwa 150 Litern, die an einem zerlegbaren Dreifuß über dem Feuer hingen, wurde Brei gekocht, Grütze, Fisch oder Fleisch.

 

An Bord gab es nur Kaltverpflegung: Fladenbrot, Butter, Stockfisch, Schinken. Als Getränke waren Wasser, Molke und Met gebunkert.

 

Von reichen Ländern kassierten sie Lösegeld

 

Die Wikinger waren in fast allen Regionen des Kontinents aktiv. Nachdem 814 Karl der Große gestorben war und das Frankenreich in Uneinigkeit hinterlassen hatte, sahen die Nordmänner auch hier ihre Chancen. Die landhungrigen Wikinger trafen auf wenig Widerstand, als sie in das Gebiet des heutigen Frankreichs einfielen. Zudem hatten einige rivalisierende fränkische Prinzen die Normannen sogar ausdrücklich ermutigt.

 

Genauso verlief es in Irland, wo sich einige unbedeutendere Könige dauernd in den Haaren lagen. Die Iren vermochten sich nicht gegen die Eindringlinge zu wehren und konnten auch nicht verhindern, daß in Dublin, Wexford, Waterford, Cork und Limerick mächtige Wikinger-Festungen angelegt wurden.

 

In weiten Teilen Europas brachten sie nicht nur einmal Tod und Verderben. So suchten sie immer wieder die französischen, spanischen, italienischen und nordafrikanischen Küsten heim. Ihre Drachenboote fuhren rhein-und elbeaufwärts und brandschatzten das Frankenreich. Andere Wikinger segelten die Rhone herauf und drangen auf der Loire tief nach Frankreich ein. In den Klöstern dieser Gegend machten sie reiche Beute. Im Osten streiften schwedische Wikinger durch das Land. Sie segelten meist als Händler die Wolga, den Dnjepr und den Dnjestr abwärts und stießen bis zum Kaspischen Meer vor.

 

Mancherorts kam man schließlich zu der Überzeugung, es sei besser, den Wikingern ein Lösegeld zu geben, damit sie wieder abzögen. Der erste, der das tat, war Karl der Kahle (840 - 877), Kaiser von Rom und König des Westfränkischen Reiches. Als die Wikinger 845 Paris angriffen, zahlte er ihnen 7000 Pfund Silber, und sie marschierten tatsächlich wieder ab. Einer alten Wikinger-Legende zufolge nahm Ragnar Ladbrok, der das Wikingerheer damals angeführt hatte, eine Erinnerung an diesen einträglichen Raubzug mit nach Hause: das Schloß eines Tores aus der Stadtmauer von Paris.

 

Wikinger wurden Könige von England

 

In England hieß das Lösegeld, das man Wikinger zahlte, bald "Danegeld" (Dänengeld). Es wurde von 991 bis 1162 regelmäßig durch hohe Steuern von der Bevölkerung eingetrieben. 991 hatte der norwegische Wikingerführer Olaf Tryggvason London angegriffen und bei Maldon (Mittelengland) eine englische Armee vernichtend geschlagen. Drei Jahre später mußte London fast über Nacht 16 000 Pfund Silber aufbringen, um eine kombinierte dänisch-norwegische Armada, eine der mächtigsten, die die Normannen je aufgeboten hatten, zur Weiterfahrt zu bewegen, ohne London vorher zu zerstören.

 

Im Jahr 1017 segelte Knut, zweiter Sohn des Dänen-Königs Sven Gabelbart, mit einem großen Heer die Themse aufwärts. Der englische Adel, der schon 1014 seinen schwachen König Ethelred den Ratlosen abgesetzt und die Krone Sven Gabelbart angeboten hatte, wählten Knut, später Knut der Große genannt, zum König von England. Damit war die Nordsee zu einem von dänischen Wikingern beherrschten Binnenmeer geworden.

Knut regierte bis 1035.

 

Ein normannischer Nachfolger, der als Wilhelm der Eroberer in die Geschichte einging, ließ sich am Weihnachtstag des Jahres 1066 in Winchester zum König von England krönen. Mit vierhundert Kampfschiffen und 65 000 Mann war dieser Herzog der Normandie auf der britischen Insel gelandet und hatte die Verteidiger in einer neun Tage währenden Schlacht vernichtend geschlagen.

 

Spuren der Wikinger im heutigen Istanbul

 

An Spaniens und Portugals Küsten tauchten die Wikinger erstmals im Jahre 844 auf, von 859 bis 862 waren sie der Schrecken des Mittelmeers. Mit 62 Booten fuhren sie von ihren Stützpunkten in der Bretagne los. Was folgte, war eine verwegene Piratenfahrt mit schier unglaublichen Folgen. Es begann mit der Verwüstung von Algeciras an der Küste der spanischen Extremadura gegenüber von Gibraltar. Es folgten Plünderungen in Marokko und auf Mallorca. Schließlich gelangte die Armada ins Rhônedelta und segelte den Fluß hinauf bis Valence.

 

In Italien eroberten sie Pisa und Fiosele. Sie luden auf ihre Schiffe was immer von Wert war und kehrten 862 mit wertvollen Schätzen zurück nach Nantes, an Bord Gold, Edelsteine, maurische Sättel, arabische Gewänder und außerdem zahlreiche dunkelhäutige Sklavinnen und Sklaven.

 

Im Osten Europas hatten sich die Waräger (Rus) bei den Slawen festgesetzt und als Herrscher etabliert. 865 fühlten sie sich bereits stark genug, eine Expedition gegen Byzanz, der Hauptstadt des oströmischen Reiches, zu starten. Das Heer wurde angeführt von Großfürst Helgi (russisch Oleg) aus der Sippe der Ruriks. Das spätere Konstantinopel und heutige Istanbul wurde von den Warägern belagert. Damit sie wieder abzogen schloß die mächtige Stadt einen Handelsvertrag mit ihnen, der sie schließlich zur Heimkehr bewegen konnte. Die Vereinbarung gab den Warägern die Erlaubnis, Verkaufsstände vor den Mauern der Stadt aufzuschlagen.

 

Die Eroberung Siziliens – Wikinger gründeten den damals modernsten Staat Europas

 

907 kamen die Rus wieder. In der Nestor-Chronik heißt es, sie hätten ihre Schiffe auf Räder gesetzt und seien damit derart temperamentvoll auf die Stadtmauern zugesegelt, daß die Byzantiner schleunigst einen Freundschaftsvertrag mit ihnen schlossen und sie reich beschenkten.

 

913/14 sollen die Waräger mit fünfhundert Schiffen vom Schwarzen Meer her über die Flüsse Don und Wolga ins Kaspische Meer vorgestoßen sein. Die schmale Don-Wolga-Landbrücke (sie befindet sich auf Höhe des späteren Stalingrads, heute Wolgograd) hätten sie auf Rollen überwunden. Vom Kaspischen Meer aus sollen sie den Irak und Aserbaidschan heimgesucht haben.

 

Um 970 begannen die Waräger in immer größerer Zahl in die gut bezahlten Dienste des byzantinischen Kaisers einzutreten. Als Leibgarde und Kerntruppe des byzantinischen Heeres haben sie das griechische Reich gegen Araber und Bulgaren erfolgreich verteidigt. In der berühmtesten Moschee der Stadt am Bosporus, der Hagia-Sofia, haben die Wikinger eine bis heute sichtbare Spur hinterlassen. Auf der ersten Balustrade ist eine Runeninschrift zu erkennen. Der Text ist kaum noch zu entziffern. Aber der Name des Autors ist gut zu lesen. Es ist ein warägischer Name und lautet Halfdan.

 

Ganz Süditalien fiel 1059 an den Normannen-Herzog Robert. 1091 war auch Sizilien endgültig in der Hand der wikingschen Normannen. Es wurde zum „Königreich beider Sizilien“ erklärt, hatte die leistungsfähigste Verwaltung seiner Zeit, die blühendste Wirtschaft und den zivilisiertesten Staat in ganz Europa. Also auch funktionierende Gemeinwesen konnten die Wikinger gründen und organisieren. Neben „ihrer biologischen Kraft und ihrer archaischen Todesverachtung, ihrer Härte und phänomenalen Verwegenheit“ bescheinigt ihnen Rudolf Pörtner auch eine „eisige Nüchternheit“. Modern ausgedrückt hätten sie über eine hochentwickelte „Fähigkeit zum Management“ verfügt.

 

Ein arabischer Geschäftsreisender namens lbn Fadlan traf im Jahr 922 am Ufer der Wolga mit Warägern zusammen und war sichtlich beeindruckt. „Sie waschen sich zwar nicht sehr oft“, notierte er, beschrieb sie aber dennoch mit bewundernden Worten: „Nie zuvor habe ich Männer mit einem vollkommeneren Äußeren gesehen. Sie sind hoch wie Dattelpalmen, haben rötlichblonde Haare und helle Haut.“ Tatsächlich haben Messungen ergeben, daß die Wikinger durchschnittlich 171 Zentimeter groß waren und die damaligen Mitteleuropäer um eine gute Handbreit überragten. Auf die Araber konnten sie erst recht herabblicken. Sie waren mindestens einen Kopf kleiner als die nordischen Recken.

 

„Jeder Wikinger“, schreibt lbn Fadlan weiter, „trägt eine Axt, ein Schwert und einen Dolch mit sich; nie sah ich einen Normannen ohne sie. Viele waren von Kopf bis Fuß mit den verschiedensten Figuren bemalt...“

 

Für Michael Crichtons Roman „Schwarze Nebel“, verfilmt unter dem Namen „Der 13te Krieger“, haben Ibn Fadlans Aufzeichnungen als Vorlage gedient. Leider ist das 1994 im Verlag Droemer Knaur in München erschienene Buch vergriffen und inzwischen auch antiquarisch nur schwer aufzustöbern.

 

 

 

Überfall auf Lindisfarne

 

St. Cuthbert auf Lindisfarne, ein Inselkloster vor der englischen Küste an der Grenze zu Schottland. Es ist der Morgen des 8. Juni 793, als die Mönche im Morgengrauen seltsame Silhouetten über dem Meer wahrnehmen, die sich rasend schnell auf die flachen Sandstrände zubewegen. Langgestreckte Boote werden erkennbar, mit furchterregenden Drachen- und Schlangenköpfen am Bug – und heraus springen schwer bewaffnete Männer, die auf das Kloster zueilen. Es ist, als würden die Krieger direkt aus der Hölle kommen. Gnadenlos überfallen sie die Inselbewohner und töten und erschlagen alles, was sich bewegt. Sie plündern Kirche und Kloster, rauben Kreuze aus Gold und Edelsteinen, Becher, Kandelaber und wertvolle Manuskripte.

 

 

Die Rui­nen des Klos­ters Lin­dis­far­ne

 

 

 

Alkuin, der berühmte englische Gelehrte am Hofe Karls des Großen, berichtet uns über den Überfall der Wikinger auf Lindisfarne: "Niemals zuvor brach ein solches Entsetzen über Britannien herein. Die Kirche des Heiligen Cuthbert ist besudelt mit dem Blut der Priester Gottes und all ihre Schätze wurden geraubt."

Der Überfall auf das Kloster St. Cuthbert auf Lindisfarne 793 ist der erste große Raubzug der Wikinger, der durch die Quellen sicher belegt ist. Doch das ist erst der Anfang. Tief ins europäische Binnenland erstrecken sich die Plünderungen der Wikinger in den folgenden drei Jahrhunderten. Wikinger aus Dänemark dringen nach Frankreich und ins südliche England vor. Aus Norwegen kommen Wikinger nach Irland, nach Island, nach Grönland und Nordengland – sogar bis zu den Färöern und den Shetlands dringen sie vor. Wikinger aus dem schwedischen Raum wenden sich in Richtung Osten, wo sie das verzweigte Flusssystem nutzen, um sich in Osteuropa fortzubewegen. Sie kommen nach Nowgorod und Kiew, sie gelangen ans schwarze Meer und sogar bis nach Konstantinopel (das heutige Istanbul).

 

 

Ge­fürch­te­te Krie­ger

Die Horden aus dem Norden

 

"Wikinger" – das ist der Name, den die überfallenen Menschen den gespenstischen und gefürchteten Kriegern gaben. Die Mittel- und Südeuropäer empfanden die wie aus dem Nichts auftauchenden Horden aus dem Norden als schreckliche Heimsuchung. Doch die Wikinger waren kein einheitliches Volk, keine ethnische Gruppe. Die Bezeichnung "Wikinger" ist ein Schmelztiegel für verschiedene Völker aus dem Norden, die vom neunten Jahrhundert an plötzlich auf dem europäischen Kontinent in Erscheinung traten. Den Menschen in Mitteleuropa war damals gleichgültig, wer sie da genau überfiel. Für sie waren die weit übers Meer gereisten "Barbaren" alle unterschiedslos schrecklich, eben alles "Wikinger". Die Wikinger waren in Skandinavien beheimatet, sie stammten aus Norwegen, Dänemark und Schweden und fanden sich zu losen Gefolgschaften zusammen, um in Mittel- und Südeuropa Beute zu machen, Siedlungsräume zu finden und schnell reich zu werden.

Schulwandbild: Eroberungszüge der Normannen mit Schiffen. (Rechte: AKG)

 

 

Was bedeutet der Name "Wikinger"?

 

Die Namensbedeutung wird heute kontrovers diskutiert. Der Begriff "Wikinger" leitet sich womöglich von dem altnordischen Verb "víkingr" ab (Rauben, Plündern, auf Beutezug sein). Oder auch vom lateinischen Wort "vicus", damit sind die fahrenden Männer gemeint, die auf dem Schiff von Ort zu Ort, von Hafen zu Hafen gelangen. Das Wort Wikinger bezeichnet also keine ethnische Zugehörigkeit, es ist vielmehr eine Zustandsbestimmung: Ein Wikinger ist ein Skandinavier, der sich auf Beutefahrt befindet. Wikinger haben auch zahlreiche andere Namen. Die Normandie, eine französische Region, leitet sich von den "Nordmännern" ab – genauso wie die Bezeichnung "Normannen". Finnen und Slawen nannten die schwedischen Wikinger dagegen "Waräger" oder "Rus", woraus das Wort Russland entstand. Ab dem Jahr 750 siedelten sie auf dem Gebiet des späteren Russland, Weißrussland und der Ukraine.

Mitteleuropa – das gelobte Land

 

Ansporn für die Wikinger, damals so beschwerliche und gefährliche Reisen zu unternehmen und Europa an allen Ecken und Enden zu überfallen, war die Schaffung und Sicherung besserer Lebensverhältnisse. Die Skandinavier lebten als ärmliche Bauern und Siedler, die hart ums Überleben kämpften. Wichtige Wikingerniederlassungen waren Grönland und Island. Dorthin gelangten über 10.000 Menschen aus Norwegen, weil Überbevölkerung sie zum Auswandern zwang. Handel treibende Wikinger waren für die Skandinavier die wichtigste Informationsquelle. Und von den Händlern hörte man sagenhafte Geschichten über schlecht bewachte Reichtümer im fremden Mitteleuropa, derer man sich mühelos bemächtigen könne. Solche Verheißungen reizten die mobilen Männer aus dem Norden, sie rüsteten Schiffe aus, bildeten lockere Fahrgemeinschaften und begaben sich auf Beutefahrt. Gleich die ersten Beutezüge waren so erfolgreich, dass die Wikinger von nun an regelmäßig vor Europas Küsten erschienen.

 

Handel treibende Wikinger

 

Wikinger waren in Mitteleuropa aber nicht nur mit kriegerischen Absichten unterwegs, sondern sie waren auch Händler, die in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends nach Christus Küstengebiete und Inseln Europas anliefen, teilweise kolonialisierten und in Europa und im Orient ein dichtes Handelsnetz errichteten. Diese fahrenden Händler wollten nicht Beute machen, sondern Geschäfte. Die Händler der Wikinger tauschten Güter wie Honig, Wachs, Bernstein, Felle, Tierhäute und Waffen gegen Edelmetalle, Silber, Seide, Brokat, Gewürze, Helme und Rüstungen. Ein besonders wichtiger Handelszweig waren Sklaven, die bis in den vorderen Orient verkauft wurden. Sklaven nahmen die Wikinger oft und reichlich auf ihren zahlreichen Beutezügen gefangen.

Reste einer ehemaligen Wikingersiedlung bei Menzlin (Ostvorpommern). (Rechte: dpa)

 

Im 11. Jahr­hun­dert en­de­te die Zeit der Wi­kin­ger

 

 

Ende der Wikingerzeit

 

Die Wikingerzeit endete mit dem elften Jahrhundert. Norwegen, Dänemark und Schweden wurden große Königreiche, die Nordmänner begannen sesshaft zu werden. Auch die Missionierung der Skandinavier, die Hinwendung zum christlichen Glauben, führte zu einer grundlegenden Befriedung der einstigen Krieger. Gleichzeitig veränderte sich die europäische Welt, die Wikinger verloren ihr Monopol und ihre militärische Überlegenheit im Schiffsbau.Die Wikinger haben die mitteleuropäische Ordnung spürbar beeinflusst. Im Jahr 911 erhielt der dänische Wikingerführer Rollo die französische Normandie als Lehen vom französischen König. Zwar verlor der König dadurch Land an die Skandinavier, dafür stellten diese aber die Verwüstungen und Plünderungen rund um Paris ein. Eine weitere Abmachung beinhaltete außerdem den Schutz Frankreichs vor künftigen Wikingerüberfällen durch den skandinavischen Vorposten in der Normandie. Die Normannen assimilierten sich schnell. Das heißt, sie nahmen die französische Sprache und französische Bräuche an, sie fügten sich geschmeidig in die französische Kultur ein. Der normannische Herzog Wilhelm der Eroberer startete 1066 seine berühmte Expedition gegen England: In der Schlacht bei Hastings gelang ihm die Eroberung der britischen Insel. Selbst Süditalien und Sizilien nahmen die Normannen damals in Besitz.

 

Gregor Delvaux de Fenffe, Stand vom 01.06.2009

Sendung: Die Wikinger - Krieger und Entdecker, 04.01.2007

 

 

 

 

 

 

Sagenhafte Völker: Das Wikingerkartell

Barbarische Sitten

Handel mit Pelzen und Menschen

 

Der berühmteste Wikingerhafen Haithabu lag im heutigen Schleswig-Holstein. Schon früh entwickelte sich eine arbeitsteilige Gesellschaft. Ehemalige Bauern wurden Händler oder Handwerker. Die Sitten der Wikinger waren laut arabischen Geschäftspartnern barbarisch.

 

Haithabu gilt als erste echte mittelalterliche Stadt des Nordens. Hier wurden Edelsteine und Gewürze aus dem fernen Osten verschifft. Oder die Exportschlager des Nordens, Eiderdaunen und Bernstein, in den Süden transportiert. Die Wikinger betrieben auch Menschenhandel

Haithabu. Quelle: ZDF

Erste mittelalterliche Stadt des Nordens: Haithabu

Menschen aus ganz Europa

 

Zweifellos machte Haithabu viele seiner Bewohner reich. Zum ersten Mal blieben Händler und Handwerker im Norden das gesamte Jahr über an einem Ort und wechselten nicht saisonal von Marktflecken zu Marktflecken. Angezogen vom Wohlstand arbeiteten hier Menschen aus ganz Europa. Rund 1500 Einwohner drängten sich dicht an dicht zusammen.

 

Selbst der Sultan von Bagdad kaufte Felle der Wikinger

 

In Haithabu entdeckten Archäologen die Überreste von bis zu 40 Meter langen Verkaufstheken, auf denen Waren aus aller Welt angeboten wurden. Als besonders profitabel erwiesen sich Pelze aus den unendlichen Wäldern Finnlands und Russlands. Die Tiere dieser Gegenden besaßen wegen des eisigen Klimas die besten und dichtesten Felle. Sogar der Sultan von Bagdad gehörte zum Kreis der Stammkunden.

Pelze als "Schutzgeld"

 

Die meisten der wertvollen Pelze waren von den Wikingern nicht selbst erjagt, sondern von harmloseren Zeitgenossen als "Schutzgeld" erpresst worden. Auch eine andere Ware beschaffte sich das "Wikingerkartell" mit Gewalt: Während der Ausgrabungen in Haithabu haben Archäologen unter anderem auch eiserne Sklavenfesseln mit Ketten gefunden - ein eindeutiger Hinweis darauf, dass am Orte auch die Ware Mensch feilgeboten wurde. Den arabischen Herrschern ging es vor allem um blonde Frauen und Kinder.

 

Münzen der Wikinger

 

"Fesjukr", geldgeil, sollen die Wikinger gewesen sein. In ganz Europa erzählte man sich die Anekdote vom Wikinger-Kaufmann, dessen Kopf vom feindlichen Schwert abgeschlagen noch im Fallen sein Geld zu Ende zählte.

Gewaltiges Handelsimperium

 

Zunehmend siedelten die Wikinger auch im Osten. Bedeutender als die Eroberungen war jedoch ihr gewaltiges Handelsimperium. Bis nach Konstantinopel, Bagdad und Taschkent reichten die Beziehungen. In auffälligem Kontrast zu der kaufmännischen Weltoffenheit standen die Berichte arabischer Händler über die barbarischen Sitten ihrer Geschäftspartner.

 

Bericht des arabischen Händlers Ibn Fadlan:

 

"Zuletzt hat man mir von dem Tod einer ihrer wichtigsten Männer erzählt. Sie trugen ihn in ein Zelt auf einem Schiff. Dann brachten sie giftige Tränke, Früchte und duftende Pflanzen, sie breiteten Brot, Fleisch und Zwiebeln vor ihm aus. Danach schleppten sie einen Hund herbei, zwei Pferde, einen Hahn und eine Henne. Schließlich holten sie seine Waffen und legten sie neben ihn.

Eine der Sklavinnen des Toten musste ihm in den Tod folgen. Sie gaben ihr einen giftigen Trank, dann führte eine Frau, die man 'Engel des Todes' nannte, das Mädchen an Bord des Totenschiffes. Sechs Männer betraten nacheinander das Zelt und vergewaltigten das Mädchen. Danach legten sie es an die Seite ihres Herrn. Zwei hielten seine Füße und zwei seine Hände. Die Alte, die sie Todesengel nannten, legte ihm ein Seil um den Hals. Dann begannen die Männer, mit Stöcken gegen ihre Schilde zu schlagen, damit man die Todesschreie des Mädchens nicht hören konnte ..."

 

Das bereits betäubte Mädchen wurde durch einen gezielten Messerstich schnell getötet. Schließlich verbrannte man das Totenschiff oder ließ es aufs Meer hinaus treiben.

 

Beim Blutfest wurden Menschen erhängt

Düstere Feste

 

Blutopfer forderten auch die nordischen Götter als Gegenleistung für ihre HiIfe. Alle neun Jahre hielt man selbst nach der Christianisierung düstere Fruchtbarkeitsfeste ab. Das Herz der Feierlichkeiten bildete ein Opferritual, das die Wikinger "blot" nannten. Der deutsche Bischof Adam von Bremen beschrieb das "Blutfest" im Detail:

 

Adam von Bremen über das "Blutfest" der Wikinger:

 

"Neun Köpfe von jeder Art lebender Kreatur mussten geopfert werden - alle männlich. Die abgetrennten Körper hingen auf einem Hain in der Nähe eines heiligen Orts. Hunde, Pferde und Männer waren nebeneinander aufgehängt und ein Christ erzählte mir, dass er nicht weniger als 72 Körper hatte hängen sehen."

 

Anders als das Christentum, kannte das skandinavische Heidentum keine systematische Theologie. Es existierte kein Konzept von "gut" und "böse" oder von einem Leben im Jenseits für alle Gläubigen. Odin, der Gott des Krieges, versprach nur dem, der auf dem Schlachtfeld starb, einen Platz an seiner Seite. Vielleicht erklärt dieser religiöse Hintergrund den todesmutigen Einsatz der Nordmänner.

 

 

 

 

Die isländische Landschaft ähnelt der Heimat der Wikinger

 

 

Der Rote und das "grüne Land"

Erik, Herrscher über Grönland

 

Dass nicht alle in Island ihr Glück fanden, bezeugt die Sage von Erik, dem Roten. Er schien davon besessen, das "grüne Land" zu finden, eine Art ultimatives Wikingerparadies. Ganz nebenbei entzog er sich mit seiner Fahrt weiter gen Westen auch einem Mordprozess.

 

Nach wochenlanger, gefahrvoller Reise im Packeis, traf der Konvoi tatsächlich in Grönland ein. Die Expedition stand allerdings unter keinem guten Stern. Von den 25 Schiffen erreichten nur 14 ihr Ziel.

 

Gletscher umringen das "grüne" Land

Die "neue Welt"

 

Tatsächlich zeigte sich Grönland zunächst als "grünes" Land", aber die Nähe der Gletscher war stets zu spüren. Nur ein schmaler Landstreifen entlang der Küste blieb ganzjährig eisfrei. Immerhin reichten die Parzellen aus, um die Leute zufrieden zu stellen, denen Erik eine "neue Welt" versprochen hatte.

 

In den folgenden Jahren wurde Erik einer der bedeutendsten Herrscher der Kolonie und verkaufte sein Konzept des "Grünlandes" an alle, die nachfolgten. Er führte damit einen Exodus aus Island herbei, das durch religiöse und politische Konflikte völlig zerrissen war. In kürzester Zeit lebten etwa 3000 Menschen an der Südwestküste Grönlands und gründeten Hunderte von neuen Bauernhöfen.

Jette Arneborg,Dänisches Nationalmuseum, über den Glauben der Grönland-Siedler:

 

"Aus den schriftlichen Quellen - besonders von den Sagas - wissen wir, dass die Leute, die nach Grönland kamen, schon sehr früh Christen waren, vielleicht schon als sie hier ankamen."

 

Warscheinlich baute sich jeder Anführer seine eigene Kirche

Geweihte Erde

 

Wahrscheinlich errichtete jeder Anführer in Grönland auf seinem Grund eine eigene Kirche. Innerhalb der Kirchhöfe war die Erde geweiht und konnte für Beerdigungen genutzt werden. Doch das Leben in Grönland war ganz und gar nicht so paradiesisch war wie in Eriks Phantasie:

 

Niels Lynnerup, Universität Kopenhagen, über einen erschreckenden Grabesfund:

 

"Auf einem der möglicherweise ältesten Wikingerkirchhöfe Grönlands befand sich ein Massengrab mit 13 Individuen. Sie waren völlig auseinandergenommen, die Knochen lagen durcheinander, während die Schädel an einer Wand des Grabes hübsch nebeneinander arrangiert waren. Einige der Schädel zeigten äußerst brutale Verletzungen - entweder von Schwertern oder von Äxten."

 

Möglicherweise verlief die Aufteilung der Ländereien blutig. Denkbar ist aber auch, dass die Wikinger die Konflikte zwischen Heiden und Christen mit nach Grönland gebracht hatten. Schriftliche Berichte, die die Befunde erklären, gibt es nicht. Eher anekdotenhaft erzählt die Erik-Sage von dem sehr privaten Glaubenskrieg und der Bekehrung des Helden.

 

Walrosszähne wurden als Einhörner verkauft

Der "richtige Glaube"

 

Erik der Rote war einer der Anführer, die in Grönland gegen das Christentum opponierten. Der Sage nach soll er jedoch mit einer sehr willensstarken Frau verheiratet gewesen sein. Sie verlangte von ihm, ihr eine Kirche zu bauen und den neuen Glauben anzunehmen.

 

Am Ende musste Erik sich fügen, denn die Dame verlieh ihren Forderungen Nachdruck mit einem Ehestreik. Und so wurde Grönland eine christliche Kolonie. Dem Handel diente die Zugehörigkeit zum "richtigen Glauben" allemal. Vor allem die Zähne von Narwalen und Walrössern fanden im mittelalterlichen Europa reißenden Absatz als vermeintliche Einhornhörner. Sogar der Papst soll zu den Empfängern der Zähne gehört haben.

Große Überraschung

 

Zur gleichen Zeit wie die Wikinger erreichten die Inuit Grönland. Sie kamen ursprünglich aus dem Norden Kanadas. Ihre ersten Treffen waren vermutlich eine große Überraschung für beide Seiten. Und obwohl in Geschichten gelegentlich von Feindseligkeiten die Rede ist, müssen diese Begegnungen in der Regel friedlich verlaufen sein.

 

Die Inuit verkauften Elfenbein von Walrössern an die Wikinger

 

Anders als die Nordmänner wussten die Inuit bereits, die arktischen Ressourcen optimal auszunutzen. Seile aus Seehundhaut, Elfenbein vom Walross und die Felle von Robben und Eisbären waren ihre Exportschlager. Die findigen Wikinger verkauften vor allem die unzerstörbaren Seile und das Elfenbein mit großem Gewinn weiter. Diese Handelgüter machten die grönländische Kolonie reich und sorgten dafür, dass die europäischen Händler eine regelmäßig befahrene Handelroute nach Grönland einrichteten. Obwohl die Passage gefährlich war, schien sich das Wagnis zu lohnen.

 

Die Expansion in den Osten erschloss den Wikingern Märkte bis nach Asien und Nordafrika. Durch ihre Nordatlantikkolonien verfügten sie über das erste weltweit operierende Handelsimperium der Geschichte.

 

Die Siedler von Island

Land der Aufsteiger

 

Dass sich die Wikinger in Richtung Westen aufmachten, lag vermutlich an den Berichten irischer Mönche, die im frühen 8. Jahrhundert in Island gestrandet waren. Island war das erste Ziel in Übersee. Die Landschaft ähnelte der Heimat der Wikinger sehr und schon bald kamen die ersten Siedler.

 

Viele der frühen Kolonisten stammten aus Mischehen zwischen Nordmännern und Slawen

Osteuropäische Architektur

 

Ihre vielköpfigen Familien mit Sklaven und Haustiere brachten die Siedler mit. Komplette Bauerngemeinden wurden auf diese Weise verpflanzt. Viele der frühen Kolonisten stammten aus Mischehen zwischen Nordmännern und Slawen. Einige der ältesten Häuser, die hier entdeckt wurden, zeigen alle Kennzeichen der Haustypen, wie sie in Osteuropa üblich waren.

 

Prsemyslav Urbanizcek (Archäologe) über den Einfluss der Slawen:

 

"Die Schlussfolgerung daraus könnte sein, dass sehr früh Slawen nach Island kamen. Vielleicht waren sie Sklaven, aber wahrscheinlich würde man Sklaven nicht erlauben, ihre Häuser so zu bauen, wie es ihnen gefällt. Möglicherweise waren sie also freie Siedler. Interessanterweise waren diese Häuser die ersten Gebäude an den ersten Siedlungsplätzen."

 

Die Herden wuchsen und machten einige der ersten Siedler reich. Die meisten Neuankömmlinge sahen die alte Gesellschaftsordnung, die die Bevölkerung in Adlige, Freie und Sklaven unterteilte, auf den Kopf gestellt.

 

Traditionelle Nutztiere wurden in Island eingeführt

Verheerende Auswirkungen

 

Offenbar war Island ein Land der Aufsteiger. Wer in der alten Heimat Not gelitten hatte, konnte hier sein Glück machen. Ansonsten orientierte man sich am Althergebrachten. Man führte die gewohnten Gemüsesorten ein und hielt die traditionellen Nutztiere. Die Auswirkungen dieser Importe im großen Stil waren langfristig gesehen allerdings verheerend.

 

Wenn Orri Vesteinsson, selbst ein Nachkomme der Nordmänner, heute durch die Landschaft Islands wandert, zeigt sich ihm ein völlig anderes Bild als den frühen Siedlern.

 

Orri Vesteinsson, Nachkomme der Wikinger, über die Veränderungen auf Island:

 

"Als die Wikinger im späten 9. Jahrhundert hierher kamen, war der größte Teil des Landes, zumindest das tiefer gelegene Gelände mit Bäumen bedeckt. Der Unterschied war allerdings, dass die Wälder damals viel dichter und die Bäume viel höher gewesen sind. Aber schon nach 50 Jahren waren die Wälder völlig aus der Landschaft verschwunden.

Wir wissen nicht ganz genau, wie sie es gemacht haben, aber wir glauben, dass sie sie zum Teil gefällt haben. An einigen Orten brannten sie sie aber auch einfach nieder, denn wir fanden Schichten mit verbranntem Material, die in die Zeit der frühen Besiedlung zurückreichen. Das zeigt, dass sie den Wald loswerden wollten. Er stand ihnen buchstäblich im Wege. Sie wollten Weideland und das ist es, was wir bis heute haben."

 

Expansion nach Amerika

Mit Leif Eriksson nach Neufundland

 

Durch die Entdeckung Amerikas vor rund 1000 Jahren erweiterte sich der Aktionsradius der Wikinger-Hanse erneut.

 

Der erste Eindruck war alles andere als ermutigend: "Helluland", Steinland, nannte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, die Nordküste von Neufundland.

 

Leif Eriksson wurde auf seiner Fahrt von seiner Frau, Gertrid der Schönen, begleitet

 

Leifs Expeditionen

 

Die Archäologin Birgitta Wallace folgte Leif Erikssons Spuren und fand die Überreste seiner und einiger anderer Wikingerexpeditionen nach Nordamerika. Aus den Sagas weiß sie, dass Leif eine weitere Region fand, die er "Vinland", das "Land des Weins" taufte.

 

Auf seiner Expedition wurde Leif Eriksson von seiner Frau begleitet: Gertrid der Schönen. Sie soll schwanger gewesen sein und - so berichtet es die Sage - in der Neuen Welt einen Sohn mit Namen Snorri geboren haben.

Siedlungsreste in Nordamerika

 

Die einzigen Reste einer Wikingersiedlung, die man in Nordamerika je entdeckt hat, befinden sich in L'Anse Meadows im Norden Neufundlands. Eine Reihe von Fundstücken lassen die Vermutung zu, dass hier kleinere Boote repariert wurden. Die Wikinger reisten zwar in ihren gewaltigen Lastschiffen an, hatten aber immer auch kleine Dingis im Schlepptau.

 

Die Feuersteine in Neufundland kamen aus Grönland und Island

 

Schmiede fertigten hier im Akkord Nieten, um die beschädigten Boote wieder flott zu machen. Eines der aufregendsten Ergebnisse der Grabungen jedoch ist die Analyse der Feuersteine. Die Untersuchungen zeigen, dass die Steine im größten Gebäude aus Grönland stammen, während die Steine eines anderen Hauses aus Island importiert worden sein müssen.

Kniffliges Unterfangen

 

Der Sage nach war Leif Eriksson Grönländer, während die Mannschaft aus Island stammte. Ob und wie weit die Wikinger an Amerikas Küste nach Süden gesegelt sind, darüber streiten die Geister. Von Neufundland aus die nordamerikanische Küste entlang zu schippern, ist ein kniffliges Unterfangen, selbst heute noch. Gunnar Marel Eggertsson bewies durch seine Fahrt zur Jahrtausendwende ganz praktisch, dass es möglich ist, mit einem Wikingerschiff von Skandinavien aus nach New York zu segeln.

 

Gunnar Marel Eggertsson über die Amerikafahrten der Wikinger:

 

"Wir versuchen immer weiter und weiter zu kommen - das liegt in der Natur des Menschen. Für einen Wikinger auf einem Wikingerschiff wäre es einfach dumm, bis nach Neufundland zu segeln und dort zu bleiben. Ich bin überzeugt: Sie sind wenigstens bis nach New York gesegelt. Ich glaube sogar, sie haben Floria erreicht - oder sogar Mexiko."

 

 

Endstation Nordamerika

Das Scheitern der Besiedelung

 

Für einen Teil der Forscher steht mittlerweile fest: Die nordischen Sagen sind keine Dichtung, sondern Tatsachenberichte. Auch auf die Gegend, wo sich heute New York ausbreitet, gibt es einen Hinweis.

 

Die These des Autors Páll Bergthorssons folgend, soll die Wikingersiedlung etwa im heutigen Brooklyn gelegen haben.

 

Páll Bergthorsson, Autor, über einen Wikingerhafen in New York:

 

"Der (ursprüngliche) Naturhafen von New York ist, glaube ich, das, was sie Hóp nannten - was so viel heißt wie Meeresbucht. Und das trifft es genau. Sie erzählen von einem Fluss, der aus dem Norden kommt. Das ist der Hudson River und natürlich war dieser Platz als Hafen sehr nützlich für sie."

 

Milch wurde gegen Felle getauscht

Handel mit den Schmächtigen

 

In den Sagen ist auch zu lesen, dass die Wikinger mit Einheimischen zusammentrafen, die sie abfällig "Skrälinger", Schmächtige, nannten. Eine Passage war ursprünglich nicht zu verstehen - nämlich warum die "Skrälinger", die Ureinwohner Amerikas, an einem Tag freundlich Handel mit den Nordmännern betrieben, zum Beispiel rote Stoffstreifen und Kübel voller Milch gegen Felle tauschten - und den darauf folgenden Tag wütend zurück kamen, gar nicht erst mit den Wikingern sprachen, sondern sofort zu kämpfen anfingen.

 

Tom Mc Govern, Hunter College, New York, über den Milch-Deal mit den "Skrälingern":

 

"Heute wissen wir, was geschehen war: Die 'Skrälinger' waren nach Hause gegangen und hatten die Milch getrunken. Da sie aber einer Jäger-/Sammler-Population angehörten, vertrugen sie keine Laktose und konnten die Milch nicht verdauen. Sie reagierten, als ob sie vergiftet worden wären, und ich bin sicher, sie glaubten, sie wären es - deshalb kamen sie am nächsten Tag wieder, um Rache zu üben. Ich denke, dass die Milch zumindest einer der Gründe war, warum die Skraelings und die Nordmänner so schlecht miteinander zurecht kamen in Nordamerika."

 

Trotz des Desasters, in das das Treffen mit den Ureinwohnern gemündet hatte, könnte ihr Interesse an Handel die Wikinger dazu verleitet haben, länger in der Gegend zu bleiben. Die Tatsache, dass Milch die mächtigste Waffe im Arsenal der Wikinger war, die anderorts als Totschläger gefürchtet waren, ist eine erstaunliche Entdeckung.

 

Birgitta Wallace über den gescheiterten Siedlungsversuch der Wikinger in Nordamerika:

 

"Die Sagen zeigen eindeutig, dass die Wikinger Angst vor den nordamerikanischen Ureinwohnern hatten. Und warum auch nicht, schließlich waren sie rein zahlenmäßig tausendfach unterlegen. Das Projekt war von Anfang an aussichtslos. Man kann eine neue Siedlung nicht mit ein paar Leuten gründen. Man braucht Hunderte und sie hatten Hunderte einfach nicht übrig."

 

Hungersnot in Grönland: Man aß Hunde und Katzen

 

Plötzlicher Klimawechsel

 

Der Versuch der Wikinger, in Nordamerika sesshaft zu werden, dauerte nach Schätzungen rund 40 Jahre. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Nordmänner mehrfach an den Küsten Amerikas entlang segelten. Schließlich kehrten die Entdecker nach Grönland zurück. Hier hatte sich einiges verändert. Die Bevölkerung litt Hunger. Grabungen zeigen, dass man an einigen Orten sogar Hunde und Katzen aß und aus den Knochen Suppe kochte, um auch den letzten Rest Nahrung verwerten zu können.

 

Ein plötzlicher Klimawechsel, wie er sich in bestimmten Zeitabständen immer wieder vollziehen kann, zerstörte letztlich den Wikingertraum vom "grünen Land". Das Paradies wich mehr und mehr der weißen Hölle.

Ende einer Ära

 

Als sich in Skandinavien im 11. und 12. Jahrhundert die ersten Königreiche bildeten, ging die Ära der Wikinger zu Ende. Die Kolonie in Grönland überdauerte noch zwei weitere Jahrhundert, bevor sich die Spur ihrer Bewohner verliert. Für viele war die finale Wikingerfahrt die Reise zurück nach Island, Skandinavien oder andere europäische Siedlungsgebiete.

 

 

QUELLE ZDF.

 

 

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