Die Wikinger in Amerika

 

*Die Welt der Wikinger*

Teil 6

Wikinger in Amerika

 

Die Grönländ-Saga erzählt sehr authentisch von der Entdeckung Amerikas durch den Wikinger Leif Eriksson:

 

Beginn: Südgrönland

Photos folgen!

 

Rekonstruktion der ersten Kirche

in Grönland

„Sie rüsteten nun ihr Schiff, und sobald sie fertig waren, fuhren sie aufs Meer und trafen zuerst auf das Land, das Bjarni und seine Leute zuletzt gesehen hatten. Sie segelten zur Küste, ankerten, setzten ein Boot aus und fuhren an Land. Nirgends sahen sie dort Gras. Oben im Lande waren gewaltige Gletscher. Alles vom Strand bis zu diesen sah aus wie flaches Gestein, und das ganze Land erschien ihnen höchst unwirtlich. Das sagte Leif: `Uns ist´s mit dem Lande anders ergangen als Bjarni, der es gar nicht betrat. Ich werde ihm nun einen Namen geben. Es soll Flachsteinland heißen´. Nun kehrten sie zum Schiff zurück und fuhren weiter. Sie fanden da ein zweites Land. Sie segelten wieder zur Küste, ankerten, setzten ein Boot aus und gingen ans Ufer. Das Land war eben und waldbewachsen. So weit sie gingen, sahen sie weiße Sandflecken, und das Ufer fiel nicht steil ab zur See. Da sagte Leif: `Auch diesem Land werde ich einen Namen geben, den es verdient. Waldland soll es heißen.´ Dann fuhren sie schleunigst wieder zum Schiff. Nun stachen sie wieder bei Nordost in See. Sie waren zwei Tage unterwegs und sahen dann wiederum Land. Sie segelten zur Küste und kamen zu einem Eiland nördlich vom Lande. Sie gingen dies hinauf, sahen sich bei gutem Wetter um und fanden Tau auf dem Grase. Sie netzten zufällig ihre Hände darin, führten sie zum Munde und meinten, nie etwas so Süßes gekostet zu haben. Sie fuhren jetzt zu ihrem Schiff zurück und segelten in den Sund zwischen der Insel und dem Vorgebirge, das sich nordwärts vom Lande her wies. Sie steuerten westlich an dem Vorgebirge vorüber. Da waren zur Ebbezeit große Untiefen am Seestrande, und ihr Schiff saß fest. Die Flut war vom Schiff in der Ferne zu sehen, doch sie waren so gespannt, ans Ufer zu kommen, dass sie nicht warten mochten, bis das Wasser ihr Schiff wieder hob. Sie gingen an Land. Dort kam ein Fluss aus einem See.

 

Sobald die Flut wieder ihr Schiff hob, nahmen sie ihr Boot, ruderten zum Schiff zurück, führten dieses stromaufwärts und schließlich in den See. Dort kreuzten sie, trugen ihre Hängematten vom Schiff und schlugen Landzelte auf. Dann beschlossen sie, sich für den Winter daselbst anzusiedeln, und erbauten sich dort große Hütten. Weder im Fluss, noch im See fehlte es an Lachsen, und größere Lachse denn diese hatten sie früher nie gesehen. Das Land war so reich, dass sie keine Winterfütterung für das Vieh nötig zu haben glaubten. Keinen Frost gab es dort im Winter, und das Gras wurde kaum welk. Tag und Nacht waren nicht so verschieden wie in Grönland oder Island. Am Mittwintertage sah man die Sonne von 1/2 8 Uhr vor- bis 1/2 5 Uhr nachmittags. Als der Hausbau fertig war, sprach Leif zu seinen Fahrtgenossen: „Nun will ich unsere Schar teilen und das Land auskundschaften lassen. Die eine Hälfte bleibe daheim in der Hütte, die andere erforsche das Land, gehe aber nie so weit, dass sie nicht abends zurück sein kann, und sie zersplittere sich nicht.” Das taten sie denn auch eine Zeitlang. Leif selbst zog bald mit aus, bald blieb er daheim in der Hütte. Er war groß und stark, von höchst mannhaftem Ansehen. Dazu ein in jeder Hinsicht kluger und maßvoller Mann.”

 

Wikinger-Langhaus in Grönland

 

Nachbau eines Wikinger-Langhauses in Südgrönland

Leifs Expedition war eine der eindrucksvollsten der Menschheit. Über ein Jahr war er unterwegs. Er erforschte mit seiner Mannschaft einen Teil der Ostküste Nordamerikas, überwinterte dort und kehrte gesund nach Grönland zurück. Eine Leistung, die ihn in die erste Reihe der großen Entdecker stellt. Obwohl die Grönland-Saga ein Dokument ersten Ranges ist, wird die strenge Kälte im Winter in Neufundland nicht beschrieben. Auch nicht, dass die Wikinger so wie die Indianer immer wieder auf Jagd und Fischfang gehen mussten. Dafür wird ausführlich geschildert, wie sie Weintrauben fanden und das Land daraufhin Vínlandia nannten. Diese Bezeichnung passt zwar nicht zur rauhen Küste Neufundlands, hat aber sicherlich später manchen dazu veranlasst, in das viel versprechende Land im Westen zu segeln.

 

Das Land im Norden mit seinem reichen Tierleben und unermesslichen Wäldern bot den Wikingern zahlreiche Möglichkeiten der Besiedlung. So gesehen ging es ihnen besser als in Grönland, wo sie aufgrund der wachsenden Zahl der Einwohner bald gezwungen waren mit Pelzen und dem Elfenbein der Walrosszähne mit dem fernen Europa Handel zu treiben, um zum Beispiel Korn einzuführen. Über die beachtliche Zeitspanne von rund 300 Jahren hatte sich ein reger Schiffsverkehr zwischen Grönland und Europa entwickelt, der aber dann aus noch unbekannten Gründen spärlicher wurde und schließlich ganz aufhörte. Als keine Nachrichten mehr von Grönland nach Skandinavien kamen , sandte der norwegische König Magnus Eriksson in der Mitte de 14. Jahrhunderts eine Expedition aus, um nach dem Schicksal der Grönland-Wikinger zu forschen. Die Suchmannschaft fand nur verlassene Siedlungen und Mauerreste - keine lebenden Einwohner mehr. Wo waren sie geblieben? War ihnen die Nahrung ausgegangen? War es der Holzmangel? Oder wussten sie nicht, dass beim Verbrennen von salzigem Treibholz aus dem Meer giftige Gase entstehen, die zum Tod führen können? Waren sie der Übermacht der Inuit gewichen? Oder trifft es zu, dass sie schließlich nach Amerika ausgewandert sind ? Fragen über Fragen die noch offen bleiben und über die Experten heute noch unterschiedlicher Meinung sind. So auch bei der Beurteilung des so genannten Kensington-Steines, den ein schwedischer Farmer in Minnesota - im Zentrum Nordamerikas - im Jahre 1898 unter den Wurzeln eines Baumes fand. Professor O.J. Breda, ein Spezialist für skandinavische Sprachen versuchte die Runen zu entziffern:

 

„8 Schweden, 22 Norweger auf einer Entdeckungsreise von Vínland West. Wir lagerten einige Tagesreisen nördlich von diesem Stein. Wir fischten einen Tag, als wir heimkamen fanden wir 10 Männer rot von Blut und tot. AVM rettete uns vor dem Bösen. Männer am Meer, um auf unsere Schiffe aufzupassen. Tagesreisen von dieser Insel. Im Jahre 1362”

 

Prof. Breda hielt die Inschrift für eine Fälschung, andere Sprachwissenschaftler halten sie dagegen für authentisch. Staatsgeologen von Minnesota, die den Kensington-Stein über ein Jahr prüften, erklärten schließlich, dass die Runeninschriften rund 500 Jahre alt seien. In der Zwischenzeit ist der Stein Objekt des Streits und gegensätzlicher Auffassungen geworden.

 

In der Amerikaliteratur wird vielfach auf die Entwicklung einzelner Indianerkulturen durch Einfluss früherer Wikinger -Expeditionen hingewiesen. Selbst ernsthafte Forscher wie Alexander von Humboldt beziehen sich auf Berichte der ersten Entdecker, in denen von Begegnungen mit weißen Indianern gesprochen wird, die groß, blond und blauäugig sich deutlich von der übrigen Bevölkerung abhoben und über erstaunliche geographische Kenntnisse verfügten. So konnten offensichtlich einige Indianer Nordamerikas den ersten europäischen Pelzhändlern im 16. Jahrhundert Flussverbindungen für den ganzen Kontinent beschreiben. Aber auch die Wasserscheiden, bei denen die Boote von einem Fluss in den anderen über Land getragen werden konnten. In gleicher Weise hatten die Wikinger auf ihren Handelsfahrten die Wasserstraßen in den Weiten Russlands benutzt.

 

Daher könnte man sich durchaus vorstellen, wie dies verschiedentlich auch nachzuweisen versucht wurde, dass Drachenschiffe sogar ihren Bug in den Strom des Amazonas richteten, der einige Tausend Kilometer weit in den südamerikanischen Kontinent hineinreicht. Und auch, dass die Wikinger den Rio Negro, Orinoco oder den La Plata-Fluss bis hinauf in die Kordilleren fuhren, womöglich sogar das stürmische Kap Hoorn umsegelten. Rätselhaft bleibt, woher der portugiesische Seefahrer Magellan sein Wissen von einer Durchfahrt zum Pazifik im äußersten Süden Amerikas nahm, als er 1520 zur ersten Weltumsegelung aufbrach. Und aus welchen Quellen schon 1507 Martin Waldseemüller (* um 1470, † um 1521/22) - einer der bedeutendsten Kartographen seiner Zeit - detaillierte Kenntnisse bezog, die ihn befähigten, einen Erdglobus zu entwerfen, auf dem die Umrisse Südamerikas erstaunlich genau dargestellt waren.

 

Wenn wir heute von Abenteurern hören, die den extremen Herausforderungen einer Weltumsegelung sogar alleine standhalten, kann man sich die früheren Entdeckungsfahrten leichter vorstellen, auch wenn sie durch Mangel an Navigationsinstrumenten und Karten unter weitaus schwierigeren Bedingungen erfolgten. Wenn solche Begebenheiten über Jahrhunderte nur mündlich überliefert werden, kann man davon ausgehen, dass viele Informationen im Laufe der Zeit verloren gehen, insbesondere jene, die heute einige Fragen über die Nordmänner klären könnten. Gerade diese Details könnten den heutigen Wissenschaftlern so manche Geheimnisse der damaligen Zeit erklären. Wir müssen aber davon ausgehen, dass die Wikinger auch in Zukunft den Historikern noch viele Rätsel aufgeben werden.

QUELLE: http://www.eldey.de/Geschichte/Wikinger/Wikinger-Groenland/wikinger-groenland.html

 

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Die Entdeckung Amerikas

 

Im Jahr 985 n.Chr. wollte der Norweger Bjarni Herjolfsson seinen Eltern von Island aus nach Grönland folgen, wo diese sich angesiedelt hatten. Doch er wurde bei der Fahrt von Stürmen nach Westen abgetrieben, wo er schließlich Land sichtete: Zuerst ein sehr flaches Waldgebiet, das er Markland nannte. Er ging dort allerdings nicht an Land, sondern segelte weiter nach Norden, wo er auf ein felsiges, gebirgiges Land stieß. Dieses nannte er Helluland, doch auch dort nahm er keine Landung vor, sondern segelte nach Osten, wo er schließlich Grönland erreichte. Bjarni war demnach der erste Europäer, der Nordamerika erblickte.

Laut der Eiriks-Saga hörte Leif, ein Sohn Eriks des Roten, von diesem Land und stattete etwa 10-15 Jahre später eine Expedition dorthin aus. Er fuhr zunächst die Route Bjarnis in umgekehrter Richtung ab und fand auch wirklich sowohl Helluland (das man inzwischen als die Buffin-Insel identifziert hat) als auch Markland (Labrador) vor. Er segelte aber noch zwei weitere Tage in südlicher Richtung, wo er auf die Küste Neufundlands stieß. Angeblich fand er dort wildwachsende Weintrauben vor und nannte daher das Gebiet Vinland. Sprachforscher haben allerdings herausgefunden, daß diese Bezeichnung aus dem altnordischen stammt und wahrscheinlich Weiden oder Wiesen meint. Dazu paßt dann auch die Schilderung, daß dort angeblich Getreide wuchs. Leif verbrachte mit seiner Mannschaft dort den Winter und fuhr dann nach Grönland zurück, um davon zu berichten.

Nach einem mißglückten Versuch durch Leifs Bruder Torstein und Erik selbst, erneut dorthin zu gelangen, wurde im darauffolgenden Jahr 1001 eine neue Expedition unter der Führung Torfinn Karlsefnis (auch Torstein war wieder dabei) gestartet. Diese hatte eindeutig das Ziel einer Besiedlung Vinlands. Mit zwei Schiffen gelangten sie schließlich dorthin und siedelten sich etwas weiter südlich der Stelle, wo Leif an Land gegangen war, an. Doch schon bald stießen sie auf Eingeborene, welche sie "Skraelingar" nannten, was soviel bedeutet wie "Schmächtige". Nachdem sie anfangs versuchten Handel mit ihnen zu treiben, kam es schon bald zu Feindseligkeiten. Nach schweren Angriffen durch die Ureinwohner im Winter verlegten sie ihren Wohnsitz weiter nach Norden. Doch auch dort kam es wieder zu Konfrontationen mit den Eingeborenen, wobei Torstein durch einen Pfeil getötet wurde. Als dann auch noch untereinander Streit um die Frauen ausbrach, mußte man das Siedlungsunternehmen abbrechen und nach Hause zurückkehren. Die Kolonisation währte also nur drei Jahre.

 

Es gab mit ziemlicher Sicherheit noch mehrere Kolonisationsversuche, die nicht in den Sagas erwähnt sind. Außerdem ist davon auszugehen, daß sich die Bewohner Grönlands von dort regelmäßig Bauholz holten, da sie auf Grönland lediglich Treibholz zur Verfügung hatten und Island von der Ostküste weiter entfernt war als Markland. Ein archäologischer Beweis für das Zusammentreffen mit amerikanischen Ureinwohnern ist bereits gefunden worden: In der grönländischen Siedlung Sandnäs wurde eine indianische Pfeilspitze aus Quarz entdeckt, welche nur aus Labrador stammen kann. Die Meinungen der Experten gehen bei der Frage auseinander, ob die Wikinger noch weiter südlich oder ins Landesinnere gekommen sind. Einige glauben, daß sie die Gegend, wo heute Boston ist, erreicht haben.

 

1965 tauchte plötzlich eine Weltkarte auf, die angeblich aus dem 15. Jahrhundert stammt. Sie bildet sehr genau Grönland als Insel und ganz Nordamerika ab. Der Fund, der zunächst großes Aufsehen erregte, wurde schon bald als Fälschung bezeichnet. Ein Bestandteil der verwendeten Tinte wurde erst im 20. Jahrhundert chemisch hergestellt. Später allerdings stellte man fest, daß auch auf wirklich mittelalterlichen Karten dieser Bestandteil in der Tinte vorhanden war. Doch es gibt etliche andere Beweise, die gegen die Echtheit der Karte sprechen. Zum Beispiel wurden Grönland und Island noch auf Karten aus dem 17. Jahrhundert viel ungenauer abgebildet als auf der Vinland-Karte. Dahingegen sind die skandinavischen Länder völlig unzulänglich dargestellt - kein Vergleich zu der Genauigkeit, mit der Grönland gezeichnet wurde. Somit wird die Karte kaum von Skandinaviern gezeichnet worden sein, denn warum sollten die die Küsten Grönlands perfekt kennen, aber nicht die Norwegens? Hinzu kommt, daß auf allen mittelalterlichen Karten die Landmassen in einer bestimmten geometrischen Form, bevorzugt oval, angeordnet wurden, da man glaubte, Gott habe die Welt symmetrisch geschaffen. Auf der Vinlandkarte allerdings brechen Island, Grönland und Vinland selbst aus diesem Oval aus. Heute geht man im allgemeinen davon aus, daß es sich bei dieser Karte um eine Fälschung vom Anfang des 20. Jahrhunderts handelt. Wäre die Karte echt, würde das bedeuten, daß die gesamte Ostküste Nordamerikas schon um 1440 erkundet war und das Wissen von der Existenz dieses Kontinents in Europa schon vor der Entdeckung durch Columbus verbreitet war...

 

Ein weiterer Fund erregte weltweit Aufsehen: Der Runenstein von Kensington in Minnesota. Die Inschrift lautet in etwa: "Acht Goten und 22 Norweger bei einer Erkundung Vinlands sehr weit im Westen. Wir lagerten bei zwei gebirgigen Inseln eine Tagesreise von diesem Stein. Wir gingen einen Tag lang fischen. Als wir zurück kamen, fanden wir zehn Mann blutig und tot. Wir haben zehn Mann bei unseren Schiffen 14 Tagesreisen von dieser Insel. Jahr 1362." Olaf Ohman, ein norwegischer (!) Auswanderer, hatte angeblich auf seiner Farm in den Wurzeln eines umgestürzten Baumes den Stein gefunden. Doch auch hier spricht vieles gegen die Echtheit des Objektes: Der Stein ist bei weitem nicht genügend verwittert, um 500 Jahre lang dem Klima Minnesotas ausgesetzt gewesen zu sein. Außerdem ist die Runeninschrift sehr seltsam und weicht in ihrer Zusammensetzung von allen anderen aus diesem Zeitraum ab. Die Jahreszahl ist zudem in Runenschrift angegeben, was absolut unüblich war. Normalerweise verwendete man einfach die Herrschaftszeit eines bestimmten Königs zur Datierung, oder römische Ziffern, welche sich genauso einfach einritzen ließen wie Runen. Hinzu kommt noch die rechteckige Form des Steins und die Tatsache, daß die Schriftzeilen viel zu gerade angeordnet sind - auf vergleichbaren Runensteinen nie der Fall. Trotzdem glauben einige noch immer an die Echtheit des Steines, welche bedeuten würde, daß Wikinger bis weit ins Landesinnere vordrangen.

Es gibt noch eine Reihe weiterer angeblicher Runensteine, die in Amerika gefunden wurden, aber es verhält sich mit diesen ähnlich wie mit dem Kensington-Stein.

 

Doch gab es in den sechziger Jahren auch eine wirklich bedeutende und nicht anfechtbare Entdeckung. Das norwegische Archäologenehepaar Ingstadt fand an der äußersten Nordspitze Neufundlands die Reste einer nordischen Siedlung. Sie hatten die in den Sagas angegebenen Routen und Fahrtzeiten unter Berücksichtigung der Meeresströmungen zurückverfolgt und kamen zu dem Schluß, daß dort das von Leif entdeckte Vinland gewesen sein mußte. In Gesprächen mit den Bewohnern des dortigen Ortes L'anse aux Meadows fanden sie heraus, daß es in der Nähe tatsächlich Überbleibsel von Häusern gab, deren Ursprung keiner kannte. Die Ingstads fanden dort auch wirklich die Reste der aus Stein, Grassoden und Treibholz gebauten Behausungen vor, die eindeutig denen auf Island und Grönland ähneln. Auch eine C-14-Datierung ergab, daß diese in der Wikingerzeit erbaut worden waren. Bei Ausgrabungen fand man verschiedene unverkennbar nordische Gegenstände, wie zum Beispiel eine bronzene Ringnadel. Auch eine Schmiede war vorhanden, wo Eisen geschmolzen und verarbeitet wurde.

Warum die Siedlung aufgegeben wurde, läßt sich leider noch nicht sagen. Jedenfalls stellt sie den eindeutigen Beweis für die Anwesenheit der Wikinger in Nordamerika dar.

Nun stellt sich die Frage: Wenn dieser Kontinent schon 500 Jahre vor Columbus entdeckt wurde, kann es dann nicht sein, daß Columbus selbst davon wußte? War am Ende seine Suche nach einem Seeweg nach Indien nur ein Vorwand, um dorthin zu gelangen? Möglich wäre es rein theoretisch. Denn auch die kirchlichen Würdenträger erfuhren zur Wikingerzeit von Vinland: Der berühmte Chronist Adam von Bremen verfaßte eine Beschreibung dieses Landes. Der grönländische Bischof soll sogar einmal dorthin gefahren sein. Manch einer spekuliert auch, der Vatikan besitze in seinen Archiven noch Dokumente aus dieser Zeit, die sich auf Vinland beziehen.

Noch heute ranken sich viele Mythen um Vinland. Vielleicht wird es bald zu weiteren Entdeckungen kommen. Es ist durchaus wahrscheinlich, daß außer der Siedlung von L'Anse aux Meadows noch andere existierten.

 

 

Quelle: www.wikinger.org

 

 

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